Die Spirale stoppen

von Schreiben

Die Coronakrise stellt unser Leben auf den Kopf. Selbst beim Schreiben ist nichts mehr, wie es war.

Tägliches Schreiben gehört zu meinem Leben wie duschen und Zähne putzen. In den vergangenen Tagen änderten sich allerdings die Schreibthemen grundlegend: Sobald ich kein vorgegebenes Thema bearbeite, sondern frei texte, meiner Fantasie mit Stift und Notizbuch folge, erkenne ich eine Schwere, die es vor der Viruskrise in dieser Ausprägung nicht gab. Keine Oma-Enkelinnen-Geschichten mehr, die mir sonst sofort in den Sinn kommen, keine Schildkrötenfreundinnen, lila Kaninchen oder beleidigten Perlmuttknöpfe. Statt Fantasiereisen dokumentiere ich meine trüben Gedanken. Anstelle schräger Geschichten entstehen jetzt Stephen King-eske Texte.

Das muss aufhören. Dem Deprimonster das Feld überlassen war nie meine Lösung. Es gibt viele Künstler, die in diesen Wochen besonders kreativ sind. Musiker, Autoren, Sänger, Schauspieler oder Tänzer beispielsweise zeigen uns wie man es schafft, Ängste und Zweifel in Kreativität zu verwandeln.
Schreibblockaden lassen sich meist mithilfe von Übungen überwinden. In einer Schreibblockade stecke ich zwar keineswegs fest, aber in einer Spirale negativen Denkens. Doris Dörrie ist eine inspirierende Schreiblehrerin. Ich werde via Youtube bei ihr vorbeischauen, um mir ein paar Hausaufgaben abzuholen („Schreiben mit Doris Dörrie“).

https://rp-online.de/kultur/empfehlungen-der-kulturredaktion_aid-49926199

Last modified: 8. April 2020

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