Eigentlich will ich…

von Schreiben

…mit dem Start von Mein blauer Lippenstift meinen bisherigen Schreibmodus ändern, anstatt journalistischer Texte vor allem fiktive Geschichten verfassen, meine Gedanken und Ideen ohne thematischen Zwang formulieren, weniger nüchterne Fakten sammeln, sondern der Fantasie keine Grenzen setzen und einfach notieren, was mir persönlich wichtig erscheint. So stelle ich mir meinen Blog vor. An dieser Absicht hat sich nichts geändert, weshalb ich zu texten beginne über

Blumen am Arbeitsplatz

Sie mögen keine frischen Schnittblumen im Büro (Laden, Werkstatt, Atelier, Kanzlei, Praxis …) aufstellen, weil Sie keine Zeit für die Pflege erübrigen können oder wollen? Dann lassen Sie mich eine Lanze für die Blumen brechen, indem ich die Romantikerin Bettina von Arnim zitiere: „Blumen sind die Liebesgedanken der Natur“, so die von ihr überlieferte Aussage. Für die moderne Businessfrau übersetzt heißt das: Ein Raum ohne Blumenschmuck als Farbtupfer wirkt funktional und kühl. Grünpflanzen sind im Übrigen auch keine Alternative, zumal Ficus, Kakteen und Co. ebenfalls regelmäßige Pflege brauchen, denn niemand will verstaubte, nach Wasser lechzende Topfpflanzen anschauen.

Alte und neue Meister

Die einfache Lösung für Pflegemuffel: Wer am Arbeitsplatz keine frischen Blumen mag (oder nicht aufstellen darf) hängt Blumenbilder auf. Dabei meine ich allerdings keine gerahmten Kalenderblätter oder Massenposter. In Kunstkaufhäusern gibt es hochwertige Drucke zu erschwinglichen Preisen. Falls man in ein Original investieren möchte, findet man dort auch Werke von Nachwuchskünstlern. Geeignet sind Drucke von Künstlern, deren Blumenmotive zeitlos wirken und für positive Stimmung sorgen, wie z.B.

„Weiter nichts als lauter große Sonnenblumen“, so beschreibt Vincent van Gogh seine 1888 und 1889 entstandenen Gemälde in einem Brief an seinen Bruder Theo. Auf insgesamt sieben Bildern sind die gelben Blütenriesen in Vasen zu Stillleben arrangiert. Zu sehen sind die Originale z.B. im Van Gogh Museum Amsterdam, in der National Gallery in London und in der Neuen Pinakothek in München.

In der gleichen Dekade entstanden die Stillleben von Claude Monet, üppige Sträuße von Anemonen und Chrysanthemen. Und seine Impressionen der Irisbeete wurden ebenso berühmt wie die Abbildungen des von ihm so geliebten Seerosenteiches auf seinem Anwesen bei Paris.

Die detaillierten Darstellungen von Orchideen des amerikanischen Künstlers Martin Johnson Heade in ihrer natürlichen Umgebung vermitteln ein Gefühl für die Exotik und Einzigartigkeit dieser Blüten.

Seine Blumenbilder malte Emil Nolde meist in kräftigen Farben. Er zählt zu den wichtigsten Expressionisten des 20. Jahrhunderts. Zu seinen zahlreichen Blumenmotiven ließ er sich in seinen Gärten inspirieren, die er gemeinsam mit seiner Frau Ada in jedem neuen Domizil anlegte.

Den Bildern von Georgia O’ Keeffe wird eine ausgesprochen weibliche Ausstrahlung zugesprochen. Ihre zumeist großflächig gemalten Blüten in strahlenden Gelb- und Rottönen, in Pastell oder kräftigem, tiefem Lila darf man als zeitlos bezeichnen. O’Keeffe gehört zu den bekanntesten amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts.

Die Faszination, die von den Werken Henri Rousseaus ausging, löste ein großes Interesse an naiver Malerei aus. Die visionären Landschaften des kroatischen Künstlers Ivan Rabuzin sind ein typisches Beispiel dafür.

Den Namen Pablo Picasso verbindet man vor allem mit seinen monumentalen Werken der abstrakten Malerei und des Kubismus. Daneben schuf der spanische Meister jedoch auch diverse zarte Zeichnungen, wie etwa die Taube mit Blumen, den Blumenstrauß in der Hand oder die Abendblumen.

Opulente und fröhliche zeitgenössische Kunst symbolisieren die Bilder und Skulpturen von Niki de Saint Phalle. Blüten zieren ihre weltberühmten Plastiken und auch ihre Gemälde wie beispielsweise den Baum mit dem Titel Es lebe die Liebe schmückte die französischschweizerische Künstlerin mit poppigen Farben.

Vom puren Nutzen und der reinen Lust am Schreiben

Ein Blog soll dem Leser einen Nutzen, den so genannten „Mehrwert“ bieten, lautet der Rat von Experten. Sinnvolle Tipps, aber bitte keinen Unsinn müssen Blogs enthalten, damit die Besucher der Website wiederkommen. Dieser Gedanke schob sich immer wieder in den Vordergrund beim Verfassen dieses Artikels, siehe oben.
Content schlägt Gedankenspiele, Information versus Fiktion.
Muss ich mich also entscheiden oder kann ich beides vereinen, das Leichte und die nützlichen Fakten?

Eigentlich (da ist es wieder, das e-Wort!) will ich beides.
Bin ich mir offenbar schon wieder nicht rechtzeitig auf die Schliche gekommen. Neue Schreibwege will ich suchen, den journalistischen Ansatz der sechs Ws (Wer? Was? Wann? Wo? Wie? Warum?) verlassen. Stattdessen schreibe ich einen praktischen Ratgebertext für die berufstätige Frau.
Ist es so kompliziert, Veränderungen, die man sich vorgenommen hat, in die Tat umzusetzen? Ist es die Angst, sich zu blamieren, sich zu weit vorzuwagen in unbekannte (Schreib-)Gewässer? Ist es der Mangel an Vertrauen in die eigene Kreativität? Ist es vielleicht schlicht bequem, weiterhin in seit Langem vertrauten Gewässern zu schwimmen?

Psychologen fragen an dieser Stelle nach dem „Worst Case“, dem schlimmsten Fall, der eintreten könnte. Hemmt die Angst vor Veränderung, vor Versagen und der damit verbundenen Blamage vor dem (zu) lange nicht gewagten ersten Schritt ins Unbekannte?
In meinem Fall lautet die Frage anders: Fällt Leichtes, scheinbar Unnützes schwerer als Ernsthaftes, Zweckmäßiges? Die Frage beantworte ich mit einer Gegenfrage: Kann der leicht und verspielt daherkommende Leseinhalt zu ernsthaftem, inhaltlichen Nachdenken führen?

Meine aktuelle Schreibstimmung: Entschlossen unentschlossen
Der Lippenstift: „Sandwash Pink“ von Bobbi Brown        HKW_Website_ Icon Artikelende

 

 

 

Last modified: 30. Oktober 2016

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