Ein immerwährendes Dilemma

von Bücher

Sich dem Lesen zu verweigern, ist keine Alternative.

Das Feuilleton beschäftigt sich aktuell mit dem hundertsten Geburtstag des Philosophen Hans Blumenberg. Mit Interesse las ich in der eben von Rüdiger Zill erschienenen Biografie, in welchem Konflikt offenbar alle Schreibenden stecken. „Blumenbergs Philosophie ist die eines Lesers – und das mit voller Überzeugung“, so der Autor. „Nur Spott hatte er für jene Philosophen übrig, »deren Stolz es ist, wenig gelesen zu haben. Sie stocken gern das Wenig zu einem Fast-nichts auf«.“ Wobei sich der Vielleser mit einer ebenso banalen wie schwer lösbaren Herausforderung konfrontiert sieht. „(…) So ist das Verhältnis von lesen dürfen und schreiben können generell immer wieder ein Problem, dessen Blumenberg sich bewusst war. (…) Je mehr Zeit man für das Lesen aufwendet, desto weniger hat man für sein Schreiben und umgekehrt“, konstatiert Zill.

Der absolute Leser: Hans Blumenberg, Rüdiger Zill, Suhrkamp Verlag

https://www.swr.de/swr2/wissen/radikaler-kritiker-der-moderne-der-philosoph-hans-blumenberg-swr2-wissen-aula-2020-06-11-100.html

 

Last modified: 11. Juli 2020

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