Eine perfekte Ausrede

von Bücher

Lesen bildet. Wohnung putzen nicht.

Winzig ist das Lichtlein am Ende des Tunnels, eher zu erahnen, denn tatsächlich zu erkennen. Das Thema Corona wird aller Voraussicht nach nicht so schnell aus unserem Alltag verschwinden, wie wir uns das wünschen. Vorsicht und Rücksicht sind weiterhin die Gebote der Stunde.
Drinnen ist das neue Draußen. Was bedeutet, nicht nur Kinder, sondern auch wir Erwachsenen müssen uns sinnvolle Beschäftigungen suchen. Nein, ich spreche nicht von den Fenstern, die dringend geputzt werden müssten, weil der Blütenstaub wie gelbes Mehl an den Scheiben klebt. Schubladen ausmisten? Nee, passt gerade schlecht. Und Aktionen wie Wände streichen finde ich schon ohne Coronakrise furchtbar lästig. Für all das habe ich wirklich keine Zeit. Ich muss lesen. Lieber sitze ich mit einem Buch auf den Knien auf dem Sofa, statt mit der Farbrolle in der Hand auf der Leiter zu balancieren oder mit dem Putzlappen durch die Zimmer zu traben. Das Haus verlasse ich seit Wochen vor allem auf meine bewährte Weise: Ich vertiefe mich in ein Buch. So komme ich trotz Reisebeschränkung in jedes Land der Welt. Gepäckfrei und umweltfreundlich, weder Warteschlangen beim Check-in noch Staus auf der Autobahn oder strenge Mienen von Zollbeamten beeinträchtigen meine Freude am Reisen.
Seit Montag sind die Buchhandlungen wieder geöffnet; die Zeit der Onlinebestellungen ist zumindest erst einmal vorbei. Die lokalen Buchhändler können also ein wenig aufatmen. Doch wie gesagt, das Licht am Ausgang des Tunnels scheint noch äußerst schwach.

https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/literatur/kolumne-auf-ein-buch-fuenf-klassiker-die-sie-jetzt-lesen-sollten/25729848.html?ticket=ST-779655-tyOqMESREir2i7EJp9GJ-ap2

https://www.dw.com/downloads/45774682/100gutebuecher.pdf

Last modified: 25. April 2020

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